Schenkwaldspielschar

Ottmarsbocholt

2014 - "We krank is, mott kerngesund sin"

Dr. Keller : Andreas Wichmann
Gerda Holbrook : Hedwig Ellertmann
Professor : Norbert Weber
Gina Mozzarella  : Barbara Kock
ein Mafiosi  : Reinhard Lindfeld
Schwester Senta : Nicole Wember
Putzfrau Olga : Julia Busch
Schwester Lisa : Julia Reickert
Manni : Thomas Lordieck
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Viele Bühnentalente spielen turbulente Komödie mit viel Tempo

Die Schenkwaldspielschar feierte mit einer turbulenten Komödie im prallvollen Saal Vollmer Premiere.
Jetzt wird es aber richtig gefährlich im Dorf. Die Arme der italienischen Mafia sind seit Samstagabend bis nach Ottmarsbocholt vorgedrungen – und haben dabei im Saal Vollmer bereits markante Spuren hinterlassen. Blutige Rache, die ist von Sizilien aus angekündigt worden. Konkret handelt es sich dabei um eine rabiate Erpressung gegen den Arzt Dr. Keller (gespielt von Andreas Wichmann). Doch keine Bange! Hier ist kein Schutz durch die Polizei vonnöten, denn diesen Angriff können die Bürger recht einfach selbst abwehren: Mit Lachen und Beifall klatschen.

Dr. Keller indes erleidet Höllenqualen auf Vollmers Bühne, wo die Schenkwaldspielschar am Wochenende ihre neueste Komödie „We krank is, mott kerngesund sin" gleich zweimal zur Aufführung brachte. Eine Affäre mit der hübschen Sizilianerin Gina Mozzarella (Barbara Kock) bringt den Krankenhaus-Mediziner in allergrößte Schwierigkeiten. Vorher, da war er eingebildet und aufgeblasen und kannte sich kaum selbst vor Stolz. Doch nun ist er ein geknickter Mann: Die Sizilianerin hat das Monument zum Einsturz gebracht.

Seitdem ein Mafiosi (Reinhard Lindfeld) im Ort gesichtet worden ist, leidet Dr. Keller unter regelrechtem Verfolgungswahn und versucht sich in einer „Heino-Kopie" zu retten, um nicht erkannt zu werden. Wie gut, dass er in seiner Not wenigstens noch Beistand von seinem Vorgesetzten (Norbert Weber) bekommt. Der Professor holt dazu seine stärkste Medizin aus der Schreibtischschublade: eine Flasche Schnaps.

Während dieser Therapie ein eher zweifelhafter Erfolg beschieden war, gab der Professor in einem anderen Fall einen wesentlich effektiveren „Seelenklempner" ab. Mit einer „tiefenpsychologischen Schocktherapie" gelingt es ihm, aus einem „Männer-Abstoßenden Aschenputtel" (Hedwig Ellertmann) eine attraktive Dame zu machen, nach der sich die Männer von nun an die Finger lecken werden.

Für gehörigen Wirbel sorgt daneben ein höchst sonderbares Damen-Trio, bestehend aus der kecken Putzfrau Olga (Julia Busch), der mit ihrem derb anfahrenden Jargon wenig beliebten Krankenschwester Senta (Nicole Wimber) und ihrer wesentlich freundlicheren - aber nur für Privatpatienten zuständigen – Kollegin Lisa (Julia Reickert). Haben diese Drei bei den herzlosen Drohungen der Mafia womöglich ihre Finger mit im Spiel?

Fazit: Eine temporeiche Komödie mit manchen frivolen Witzen, welche die Zuschauer im rappelvollen Saal Vollmer dank einer wie gewohnt sehr überzeugenden Leistung der Spieler von den Stühlen riss:

(Westfälische Nachrichten v. 11.11.2014)